FC Kreuzberg 1, Kompromisslos Kwakkenbos 2 (0:0)

(von Rik)



Klemens – Tobi, Nils (SdT), Robert, Toddy – Paul (1), David, Rob, Dennis, Iván, Polo, Britta, Rik – Thorsten (1), Jörg, Tim

Tore: 0:1 Kreuzberg (57.), 1:1 Thorsten (66., Jörg), 2:1 Paul (80., Polo)

Zuschauer: Anja mit Hanna Marie, Nico, Paul der II., Angela

Kreuzberger Exilkongress

AWESOME WEDDING – Niemand geringeres als der Tabellenführer lud am Samstag den schwarz-weißen Block in den Trendbezirk Wedding. Kompromisslos Kwakkenbos hatte etwas gutzumachen, verlor man doch das Hinspiel unglücklich mit 1:2 beim Battle of the Columbiadamm. 16 Kwakkenbosse reisten an – die einen früher, die anderen gewohnt pünktlich zur Aufstellungsbesprechung. Paul hatte zuvor die Bürde des Frühpfeifers übernommen und pfiff in aller Herrgottsfrühe das Morgenspiel – ein spannendes und stets auf der Kippe stehendes 1:9. Wie genau Paul die zwei Stunden Pause zwischen dem Morgen- und dem Kwakkenbosspiel nutzte, lässt sich nur aus vorgeschobenen Phrasen seinerseits herausinterpretieren. Es muss jedoch etwas gewesen sein, dass ihm den Ehrgeiz einbrachte einige Zeit später ein Fußballspiel zu entscheiden.

Kwakkenbos begann mit Thorsten im Sturm, Rob auf der Zehn und Nils als Libero. Polo stieß etwas später dazu. Das Spiel begann rasant. Beide Teams versuchten zunächst über die Flügel zu Erfolg zu kommen. Dies brachte jedoch vor allem gefährliche Konter von beiden Seiten mit sich. Ein bis zwei Mal brach Kwakkenbos auf der linken Seite durch, es fand sich jedoch kein Abnehmer für die Flanken oder sie selbst kamen zu ungenau. Kwakkenbos verstand es früh im Kreuzberger Spielaufbau einzugreifen, wobei sich vor allem die starken sechser David und Paul auszeichneten. So kam es beinahe zu überraschenden 1:0 für Kwakkenbos, als ein Aufsetzer den herauslaufenden Kreuzberger Torwart aus der Fassung brachte und nur noch der Libero das Laufduell mit Thorsten knapp für sich entscheiden konnte und klärte. Die Kreuzberger erarbeiteten sich einige Schusschancen, die das Tor jedoch meistens deutlich verfehlten. Zur Halbzeit stand eine gleiche Chancenausbeute auf beiden Seiten. Deutlich wurde jedoch die Passungenauigkeit auf kurzen Strecken und die läuferische Zurückhaltung zwischen Abwehr- und Angriffssituationen. Die Trainer brachten die Mängel auf den Punkt und Kwakkenbos erschien frühzeitig zum Anpfiff von Hälfte zwei um das gesagte in Tore umzusetzen. Kwakkenbos nahm jetzt das Heft in die Hand und rückte vor. Thorsten und Tim scheiterten jedoch am Abschluss. So kam es, dass nun doch der FC Kreuzberg in Führung ging. Nur ein einziges Mal konnte sich einer der Offensiven Kreuzbergs entscheidend im eins zu eins Duell nach einer Hereingabe mit dem Ball vom Libero lösen, abziehen und unhaltbar für den fehlerlosen Klemens unter den Giebel treffen.

Kompromisslos Kwakkenbos ist, das weiß jeder im Team, historisch gewöhnt an Rückstände. So zeigten die Kwenossen folglich auch, dass sie historisch gelernt haben damit umzugehen. Jetzt passte das Passspiel. Ob kurz oder lang, die Stationen in der Ballstafette waren schwer zu zählen. Meist über Dennis' rechte Seite kam nun Dampf und brachte durch einen feinen Doppelpass mit Thorsten sein 1:1 ein. [Zitat Paul: Ein doppelter Doppelpass auf engem Raum vor dem Tor sogar. Dann kühl verwandelt. Man konnte das Salz aus dem Meer vor Barcelona in der Luft schmecken.] Ungewöhnlich diesmal war jedoch, dass nun nicht nachgelassen wurde. War das die Initialzündung für weniger Gegenwehr der Kreuzberger? Die Schlussviertelstunde gehörte Kwakkenbos. Ein Foul im Zentrum brachte einen Freistoß durch Polo. Der lobbte den Ball hoch Richtung linke hälfte des Sechzehners. Gefühlte Minuten vergingen, bis sich der Ball auf Pauls Haupt niederließ, nicht lange verweilte und sich dann – stundenlang in der Luft, in Eintagsfliegenscharen in der nahegelegenen Ruine vergingen Generationen – im rechten Eck mit dem Netz verwob. Liegende Ovationen. Ein schwarz-weiß-schweinchenfarbener Jubelstrom von alt und alt.

Die Minuten wurde im Kopf mitgezählt, aber alles andere als der letzte Sturmlauf der Kreuzberger trug sich folglich zu. Kwakenbos hatte vor allem durch Toddy und Tim sogar die Chance auf den unwiderruflichen Knockout. Genutzt wurden sie nicht, gewonnen wurde trotzdem. Der gute Schiedsrichter beendete die Partie. Der Tabellenführer war geschlagen, die Hinspielpleite exakt wieder gut gemacht und weitere drei Punkte im Kampf um die tabellarische Wüste Gobi gewonnen. 

DeKwakkenbosler_06-2011