Der Tragödie, erster Teil
Kompromisslos Kwakkenbos - TFH Hurricanes 06 2:3 (2:1)
von Sebi


Doppelspielbericht vom Wochenende: Scheiße, sortiert

Zwei Spiele in drei Tagen, was hätte Uli Hoeneß dazu gesagt?
"Mach mer net, könn mer net, wolln mer net, ist doch Scheiße." 
Hätten wir vielleicht auch besser gesagt, denn nach dem ereignisreichen Doppelspieltag steht als Resultat: Null Punkte, 2:5 Tore, verletzte und angeschlagene Spieler Galore und schlechte Laune. 
Wer hört da nicht die Verdamnisklänge von Schuberts Unvollendeter am Horizont heraufschallen? Da-da-da-dah-dahhh...


Doch ins Detail:

Der Tragödie erster Teil, KK vs. TFH Hurricanes 06

Eier aus Käfighaltung

Freitag Abend am Askanierring fanden sich die Weiss-Schwarzen (det sind wir) bei frisch-feuchten Klimaverhältnissen zusammen um sich dem ersten Kräftemessen mit Hurricanes 06 zu stellen. 

In der ersten Halbzeit entwickelte sich rasch ein flottes Spiel. Kwakkenbos löste sich zu Beginn durchaus spielerisch aus kniffligen Situationen und versuchte das Spiel über die Flügel aufzubauen. Die Gegner erwiesen sich als zweikampfstarke, robuste aber faire Mannschaft, die einige technisch beschlagene Leute in ihren Reihen aufzuweisen hatte. Nach einem etwas sinnlosen Dribbelversuch am Mittelkreis verlor Kwakkenbos den Ball an eben einer dieser Technikfreaks und dieser spazierte - man kann es nicht anders sagen - durch unser Mittelfeld nebst Abwehr und zog aus zwanzig Metern ab. Der Ball flibberte halbhoch in den Strafraum, titschte noch einmal hinterhältig vor dem Keeper auf und landete im Netz. Einsnull für die anderen. 

Kwakkenbos liess sich erfreulicherweise nicht hängen, sondern spielte Kompromisslos (wird immer groß geschrieben) weiter. Gute Einschussmöglichkeiten für Semih und Paul waren das Resultat, und ungefähr Mitte der ersten Halbzeit erkämpfte sich KK einen Freistoß halblinks vom Strafraum, der von Rik getreten in den Sechzehner segelte und dort für allerhand Verwirrung sorgte, so dass es den Hurricanes nur gelang den Ball halbherzig aus der Gefahrenzone zu spitzeln. Aus der Gefahrenzone in die Gefahrenzone könnte man sagen, den das Runde das ins Eckige muss endete genau vor den Füßen von Abwehrmann Felix, der sich aus gut achtzehn, zwanzig Metern ein Herz nahm und einfach mal abzog. Der trockene Schuß auf nassem Geläuf wurde noch leicht deflektiert und landete unhaltbar im langen Eck. Einseins, KK war wieder im Geschäft. 

Und wie: noch in der ersten Halbzeit gelang der Führungstreffer. Einwurf über die fleissige linke Seite, Paul zieht in den Strafraum, zur Grundlinie und legt den Ball überlegt zurück (!!!!!!!!) die Abwehr ist von diesem Pass in ihren Rücken heillos überrumpelt und von Anfeurerungsrufen seiner Teamkollegen begleitet braust der aufgerückte Defensive Mittelfeldmann Robert heran und kann völlig frei von der Strafraumkante aus den Ball zur 2:1 Führung ins lange Eck schieben. Die H06er besaß noch eine gute Möglichkeit durch einen indirekten Freistoss der jedoch etwas kläglich in die Botanik wanderte. Zwei Treffer von aufgerückten Defensivleuten brachten Kwakkenbos also die zwei-eins Halbzeitführung. Ende der ersten Halbzeit begann der Gegner dann die handelsübliche Selbstzerfleischung und gerade die Abwehrleute hatten sich minutenlang die eine oder andere Unhöflichkeit zu sagen. 

Anstatt jedoch, wie es Konvention und Anstand eigentlich erfordern, auseinanderzubrechen, lieferten die Hurricanoes eine sehr starke vor allem in den Zweikämpfen konsequent geführte zweite Halbzeit. Bei Kwakkenbos musste Torschütze Robert mit Verletzung draussen bleiben. Trotz Umstellungen im Mittelfeld begann Kwakkenbos wieder ganz ordentlich und eine Doppelchance die eigentlich das drei zu eins hätte sein müssen war das vorläufige Resultat, doch Toms satter Drehschuss vom Elfmeterpunkt (oder?) verfehlte das Tor um Haaresbreite. Kwakkenbos liess jetzt zunehmend die Konsequenz in den Zweikämpfen vermissen, immer öfter gewannen die Katrinas die wichtigen Zweikämpfe im Mittelfeld. Die beinahe logische Konsequenz war das Zwei zu Zwei, nach einer Ecke und Konfusion im Kwakkenboslerischem Strafraum. 

Zwar besaß Kwakkenbos noch gute Einschussmöglichkeiten durch Thorsten und zweimal durch Micha II, der defensiv wie offensiv unermüdlich die linke Mittelfeldseite beackerte, doch die Stürmer hingen zusehends in der Luft und der Gegner gewann nun doch zusehends die Kontrolle über das Spiel. Kwakkenbos schien etwas die Luft auszugehen. Zweimal tauchten Spieler der Hurricanes alleine vor Mark auf, einmal hielt der KK-Keeper heldenhaft, ein anderes mal verzog der Stürmer nicht minder heldenhaft und der Ball ging denkbar knapp am langen Pfosten vorbei. Vier Minuten vor Schluss, als sich scheinbar alle schon mit einem Unentschieden angefreundet hatten verletzte sich dann bei einer Aktion an der Torauslinie Abwehrchef Friddy, der bis dahin alles, aber auch wirklich alles weggeräumt hatte was auf ihn zugeflogen oder gesprintet kam. 

Die notwendigen Umstellungen in Abwehr und Mittelfeld brauchten fatale zwei Minuten um zu greifen. Ein langer Ball wurde vom Gegner in unserer Hälfte in einer eigentlich nicht zwingend gefährlichen Vier gegen Zwei Situation (vier von uns wohlgemerkt) unter Kontrolle gebracht. Abwehr und defensives Mittelfeld waren sich einen Moment uneins und man ging zu zweit auf einen in die Gasse sprintenden Stürmer ohne jedoch den Ballführenden Spieler zu behelligen. Ein Abstimmungsfehler mit Folgen, denn obwohl sich noch zwei Spieler zu dem Ballführenden Spieler orientierten, hatte der derart Unbehelligte sich inzwischen ein Herz genommen (ziemlich genau von der Stelle an der Felix dies in der ersten Halbzeit getan hatte) und drosch den Ball in die Kwakkenboslerischen Tormaschen. Marc war zwar noch dran, aber da war nichts zu machen, der entscheidende Fehler war vorher passiert. Mit nur zwei Minuten Restzeit (gute Schirileistung übrigens) warf man nun alles nach vorne aber es sollte nicht mehr reichen. 

Drei zu Zwei der Endstand, den sich die Gegner allerdings durch ihre konsequentere und entschlossener Spielweise vor allem in der zweiten Hälfte durchaus verdient hatten. Muss man ja auch mal sagen. Oder, um es mit den Worten von Chefzweikämpfer Paul nackt und biertrinkend und in Anspielung auf die Gefängnisartigen Maschendrahtkabinen am Askanierdamm zu sagen: "Eier aus Käfighaltung." 

Hätten wir in der zweiten Halbzeit gebraucht. Aber ein gutes Spiel von uns, noch kein Grund zur Verzweiflung. Der sollte am Sonntag kommen.

Tor: Marc

Abwehr: Felix (1), Tobi, Friddy

Mittelfeld: Thorsten, Paul, Rik, Britta, Sebi, Robert (1), MichaNeu, Simon

Sturm: Tom, Semih

Spieler das Tages: Friddy

Zuschauer: Lena und Jan, der verletzte Robert in der zweiten Hälfte

Tore: 0:1 Katrina, 1:1 Felix, 2:1 Robert, 2:2 Helene, 2:3 Wilma