Lokomotive Halleluja - Kompromisslos Kwakkenbos 3:3 (2:2)

(von de Folz)


Kwakkenbos gegen Karma

Kwakkenbos schwankt. Die ersten Spiele allesamt abgeschenkt, die Hoffnung lag zuletzt eher auf dem drohenden Wintereinbruch als auf einer Kehrtwendung. Zum Guten. Zu Punkten. Auswärtssiegen, Uefa-Pokal, Berlin-Berlin-wir fahren nach Berlin. Aber so nicht. Nicht mit Kwakkenbos. Nich mit Robert. Karma is ne bitch.

Nach mehrmonatiger Absenz betrete ich mit klopfendem Herzen den um 12:20 Uhr zu bespielenden Platz. Stolz. Mindestens 20 Minuten Aufwärmzeit. Herrlich diszipliniert bin ich. Mehr braucht kein Mensch. Ausserdem werde ich nur die Einwürfe machen. Obere Extremitäten dehnen dauert nicht so lange…und schnell kehrt die Erinnerung an den Morbus Kwakkenbos wieder zurück, wobei es meiner Meinung nach mindestens 5 Morbus K. gibt, aber das soll nicht unser Thema sein. Es ist 12 Uhr, Schiri und gegnerische Spieler fragen die gefühlten 5 Kwakkenbosler auf dem Platz, ob wir denn nicht jetzt endlich mal anfangen könnten. Hmm, haben die denn die Betreffzeile nicht gelesen? Stand doch ganz deutlich, 12:20 Uhr…ne, haben sie nicht. Wollen auch gar nicht drüber diskutieren. Betreffzeilen wären hier nicht so wichtig…die haben gut reden. Die Kaltstartfraktion um Ivan, Polo und Mathieu reiben sich 20 Minuten vor angedachtem Spielbeginn üblicherweise noch des Sandmanns Überreste aus den müden Augen….wo jetzt so viele Kwakkenbosler auf einmal ausm Hut zaubern? Die Vision von dem „ich wechsel mich nur für Einwürfe ein“ kann ich schon mal getrost vergessen. Der Lothar-Mattheus-Gedächtnismuskel wird sicherlich spätestens in 25 Minuten zu machen…ein Elend. Womit haben wir das verdient? Was hat Karma gegen uns? So genau wird das auch im Verlauf nicht zu beantworten sein, allerdings wissen wir seit Samstag, dass wir was gegen Karma haben. Nämlich Robert. Aber ich greife vor. Viel Drama und Leid wird noch zu durchwaten sein.

Nach diversen, lang erprobten Verzögerungstaktiken diffundieren ausreichend Kwakkenbosler auf den Platz, um sich der Negativserie entgegen zu stemmen. Wir gegen die Lokomotive. Noch. Später Robert gegen Karma. Aber dafür ist es noch zu früh.

Die Lokomotive entpuppt sich als anfänglich sehr dankbarer Gegner. Noch schlechteres Stellungsspiel als die Uniliga das von den KK’lern kennt und so offensichtliche taktische Mängel, dass wir zunächst einmal gar nicht dazu kommen, ihnen unsere zu offerieren…und dann der Moment, von dem Jörch geträumt hatte. Einwurf auf 5er Höhe, Jörg läuft milimetergenau den von Niklas eingetrampelten Laufweg nach und köpft am kurzen Pfosten zum 1:0 ein. Doll. Fussball macht Spass. Noch nichts zu spüren von Karma. Scheint frei zu haben. Ist ja auch noch früh. Zu früh auch weiterhin für die Lokomotive, welche weiterhin nur dezent schnaubt, jedoch keine Fahrt aufnehmen kann. Anders Kwakkenbos. Das sture stundenlange Standarttraining zahlt sich langsam aus, wir sind gefährlich. Nicht aus dem Spiel heraus, das wär ja auch ein wenig viel verlangt, aber wehe der Ball ruht…da hätten wir Klemens Hinweis auf die Avys-esken Körpermaße der Lokomotive gar nicht benötigt…irgendwann in der Mitte der ersten Halbzeit dann Eckball von links, Rik am kurzen Pfosten wird anvisiert und nicht getroffen, stattdessen dreht sich der Ball herrlich an dem Spieler im Torwarttrikot vorbei ins lange Eck. Hihihi, 2 Quatschtore…da meints wohl einer gut mit uns…ich sehe Konfettiregen auf mich niederrasseln…

...das Comeback des Jahres…

...Kwakkenbos zurück in der Erfolgsspur…

Karma scheint irgendwie auf unserer Seite zu stehen. Noch. Kurz darauf rächt sich Tobis Sehnsucht nach weichem feingelockten Haar und der Verzicht auf Drei-Wetter-Taft. Die Lockenpracht hält einem Kopfball nicht stand, der Ball rutscht über den Hinterkopf in den Lauf eines verdutzten Lokomotivlers, der clever Klemens umspielt. 2:1. Na gut. Würd ja reichen.

Doch der große Manitou Kwakkenbos will Leidenschaft und Leiden. Der große Kwakkenbos will mehr. Mehr Adrenalin und Testosteron. Vor allem in Robert. Wir hätten das ahnen müssen. Stattdessen geben wir Robert Geleit auf den Schlachtthron. Nicht anders ist der Halbzeitstand von 2:2 zu erklären. Irgendwie hat die Lokomotive ausgeglichen. Laut Klemens hätten sie es sogar ganz gut gemacht. Ich habs nicht richtig gesehen, Robert schwängerte mittlerweile die Luft so sehr mit testosterongetränktem Moschus, dass die Blickverhältnisse widrig wurden…

In der Halbzeitpause angeregter Austausch, viele Informationen regnen auf das Fussballvolk nieder, zu viele? Auf jeden Fall verliert Kwakkenbos noch ein wenig mehr Ordnung als die Lokomotive und somit auch das Momentum. Oha. In der Folge Contenanceverlust beim Abwehrchef. Zu viele positionsgebundenen Ungereimtheiten. Zu heiß der Atem von Manitou Kwakkenbos im jetzt verzerrten Gesicht.des Knappenjüngers. Der geplatzte Kragen schlackert um den pulsierenden Hals. Minutenlange Tiraden fluten an, ebben ab, fluten an. Karma schlägt zurück. Der arme zornverhärmte Robert findet im Rettungsversuch nur Lokomotovenschienbeine, von denen das mittlerweile feindgewordene Spielgerät in Klemens Reich eindringt. 2:3. Nach 2:0. Nach Konfettiregen. Kwakkenbos wo bist Du? Wir brauchen Dich. – WIR RUFEN DICH KWAKKENBOS – Lass uns nicht mit Karma allein. Leichenblässe, Totenstille. Werder und Schalke (vor dem 13. Spieltag) vereint in Kwakkenbos. Ja, auch wir spielen Müll zusammen. Und da sind wir wieder in Maitou Kwakkenbos Händen. Nur zu Karma, wir sind noch nicht durch mit dem Thema. Die Doppelsechs wird aufgelöst, so richtig viel Ordnung hatte das uns eh nicht gebracht. Druff jetzt. Und siehe da, wir bekommen wieder Chancen. Nicht schön rausgespielt, keine sicheren Kombinationen, aber Chancen. Nur weil wir nen Vorsprung nicht verteidigen können heißt das ja nicht, dass die Lokomotive das kann. In der gefühlten 93 Minute fordert Uli einen Freistoß von Halblinks. Soll die kleinwüchsige Lokomotive doch erstmal zeigen, was sie dem testosterondurchlaugten Robert so entgegen zu setzen hat. Wenig nämlich. Nicht genug. Robert gegen Karma 2:1, so. Und wir gleichen aus. 3:3. Ball kommt schön auf den langen Pfosten gezogen, im 5er steigt Robert hoch (angeblich soll Robert den Torwart geringfügig touchiert haben, so dass sich dieser genötigt sah nieder zu sinken, aber das konnte beim besten Willen niemand sicher sagen, wie erwähnt, die geschwängerte, pulsierende, blickverengende Luft…) und köpft den Freund und Helfer des Manitou Kwakkenbos ins kurze Eck. Erinnerungen an Granit werden wach und Mathieus professionellen Eckfahnenjubellauf. Robert ist für Vergleichbares zu geschlaucht, so wirft er sich nur kurz die glänzende Rüstung über die Schulter und trabt über den Mittelkreis. Herrlich. Fanfaren. Großes Kino.

Im Anschluss erhielt Tim nach einer weiteren Standartsituation (Ecke von Uli) sogar noch die Möglichkeit das 4:3 zu erzielen, aber wir wollten Karma heute nicht noch weiter reizen. Und Robert auch nicht. Kein Öl mehr in den Tender der Lok gießen. Wer weiß was dann noch gekommen wäre. So haben wir einen Punkt gegen eine heute gleichstarke Mannschaft zurück geholt und Robert hat gegen Karma gewonnen. Da im Anschluss auch noch der TuS Gelsenkirchen gegen Concordia Peterswerder gewonnen hat, muss sich Karma im Nachhinein noch ein wenig geschämt haben. Anders ist mir das nicht zu erklären.


Tor – Klemens

Abwehr - Robert, Ivan, Tobi

Mittelfeld – Rik, Dennis, Mathieu, Polo, Niels, Toddy

Sturm – Uli, Semih, Jörg, Folz


Tore:

1:0 Jörg (Kopfball nach Einwurf Folz)

2:0 Folz (Ecke direkt)

2:1 Lokomotive

2:2 Lokomotive

2:3 Robert und Lokomotive

3:2 Robert (Freistoß Uli)

Spieler des Tages: "der Brüllaffe" und "der Pelz"


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Nachtrag von Robert

Ich hab mit meinem Therapeuten darüber gesprochen.

Er meint dass es da schon Wege gibt dass in den Griff zu kriegen. Allerdings hat er mich auch darauf hingewiesen, dass eine tiefgreifenden Behandlung dazu führen würde wie ein lahmer Sack über den Platz zu laufen, und dass kann ja auch nicht im Interesse der Mannschaft sein. Darum hab ich mich für das genaue Gegenteil entschieden. Ich werde eine Testosteron Therapie machen, bei der der Körper komplett geflutet wird. Soll heißen, bei den nächsten Spielen werden wir wohl im Nebel auflaufen, aber ggfls wieder gewinnen....

Evtl. könnte ich dem ein oder anderen von euch was abzwacken, sagt mir einfach bescheid....

Mir ist noch aufgefallen dass vor lauter Testosteronwirren der Zeitliche Ablauf des Spielgeschehens leicht durcheinander geraten ist. Darum hier eine kleine Korrektur der Abfolge

1:0 Jörg
1:1
2:1 Pelz
2:2 --> kleiner Brüller

Halbzeit Pause

Torchance KK
Torchance KK
Torchance KK --> Kleiner Brüller
Einwurf KK = Auflösung KK --> Konter Karma --> Großer Brüller
Einwurf KK = totale Auflösung KK --> Konter Karma --> riesen großer Brüller
Brüller
Brüller
Brüller
Tor Karma (Erinnerung verschwommen, keine Ahnung was da passiert ist)
Keine Brüller mehr
3:3 Brüller!

Ich liebe euch!!!