Kompromisslos Kwakkenbos - Perels & Friends 2:2 (1:1)
(von Rik)
Wo warst du, Lucky Punch?
Kompromisslos Kwakkenbos spielt zu lethargisch und lässt zusammengewürfelten Gegner in letzter Minute ausgleichen.
WILMERSDORF – Zwo, Vier, Sechs… So zählte man die Perels um hab Zehn Uhr morgens an der altehrwürdigen Forckenbeckstraße. Dem ehemaligen Homeground der Kwakkenbosse. Mehr wurden es auch nicht, lässt man die zehn Kicker vom Nachbarplatz außen vor, die dann zehn Minuten nach regulärer Anpfiffzeit das Feld der Perels spielfähig aufrüsteten. So manch andere Truppe hätte womöglich hier schon die drei Punkte und das 5:0 mit in den Klassenkampf der Liga genommen. Kwakkenbos zählt jedoch nicht zu den Ergebnisfußballern und so forderte die Schwarze Elf die zusammengewürfelte Perels-Mannschaft zum Sonnenbaden. Die ersten zwanzig Minuten wurden dann auch gleich verpennt. Klemens: »Das waren wohl die schlechtesten 20 Minuten unserer Saison«. Nahezu alle Pässe wurden vertändelt. Kaum Zweikämpfe wurden angenommen. Das Training am Mittwoch wurde also komplett ausgeblendet. Die harten Zweikampf-Übungen, das schnelle Umschalten, der schnelle Abschluss… Die schlechtesten, nein man muss noch Einen drauf setzen: Die am nicht stattfindensten 20 Minuten der Kwakkenbos-Saison 2010/11 gipfelten folgerichtig im hochverdienten 0:1 für die Perels & Friends.
Erst jetzt machte sich bei Kwakkenbos so etwas wie Wachsamkeit bemerkbar. Die Duelle wurde fortan bissiger angenommen und es ergaben sich erste Chancen. Dennis dribbelte sich über links diagonal zum rechten Strafraumeck, verlud zwei Abwehrspieler und wurde nur noch vom notbremsenden Leih-Torwart umgemäht. Das gab zehn Minuten für den Schlussmann und Freistoß statt Tor für Dennis, der aber nichts einbrachte. Die Angriffe wurden jetzt intensiver. Kwakkenbos hatte Platz auf links. Schnell und präzise gespielt, landet der Ball bei Semih, der Rik bediente, welcher nach zwei Nachschüssen den Torwart über den linken Winkel überwand. Der Ausgleich ging in Ordnung. Kwakkenbos hätte durch Benny das Ergebnis erhöhen können, der ebenfalls über links angespielt wurde und sich den Ball mit dem Rücken zum Tor, mit dem rechten Außenrist am Körper des Gegners vorbeilegend, die Pille um 180° drehend auf der anderen Seite wieder aufnehmend, jedoch zu lange nachdenkend gegen die Fäuste des eigentlich chancenlosen Torwarts kloppte.
In der Halbzeit wurde zwischen ungenauen Pässen, verlorenen Zweikämpfen und vergebenen Chancen abgewogen und das Spiel für jetzt schon verkorkst befunden. Nur Zufall, dass gerade nach dieser polarisierenden Bemerkung Nigel am Spielfeldrand erschien.
Der Beginn der zweiten Hälfte stand dem der ersten in nichts nach. Die Verbindungen zwischen Abwehr (herauskloppend), Mittelfeld (vertändelnd) und Sturm (nicht abschließend) schienen sich magnetisch abzustoßen. Ohne jede physikalische Grundlage trat dann doch das Erhoffte ein. Eine Ecke durch Rik und der anschließend schulmäßige Kopfball von Benny bildeten einen perfekten 90° Winkel. Was gegen Kreuzberg noch blendend funktionierte – der nicht nachlassende Druck nach der Führung – trat heute in keinster Weise in Erscheinung. Den Perels wurde Angriff um Angriff gewährt. In der 88. Minute – kurz vor Schluss – landete dann doch einer der sonst von Klemens fabelhaft parierten Weitschüsse unhaltbar im linken Winkel. Kwakkenbos verliert zwei Punkte, die sie im Auf- oder Abstiegskampf gut gebrauchen könnten. Wären sie denn in einer solchen Situation. So bleibt nur auf das nächste Wochenende zu warten, an dem die ersten drei Punkte seit drei Spieltagen geholt werden können.
Pomadig: Klemens (SdT) – Tim, Nils, Robert – Rik (1), David, Benny (1, SdT), Dennis, Britta, Uli – Semih, Thorsten, Rafa
Tore: 0:1 Perels & Friends (20.), 1:1 Rik (35., Semih), 2:1 Benny (55., Rik), 2:2 Perels & Friends (88.)
Am unpomadigsten: Benny & Klemens
Ultras: Nigel, Fiona (we're so sorry about your broken bracelet), Ciara
|