Rakete Zehlendorf - Kompromisslos Kwakkenbos 5:1 (3:1)
Oh nein: Verloren!
(von Sebi)
Arms my only ornament; my only rest – the fight
Cervantes – Don Quijote
An einem schönen früh-bis-spätherbstlichen (wer weiß das schon?) Novembertag versammelten sich die kompromißlosesten aller möglichen
Freizeitkicker (wir) an wohlbekannter Stätte am Lohmühlenplatz um mit den raketösen Zehlendörflern einmal mehr die Fußballschuhe zu kreuzen. Wohl könnte man den Lohmühlenplatz nach dieser Begegnung in Windmühlenplatz umbenennen und die Kompromißlosis in Don Quijotis. Was allerdings sehr albern klingen würde. Wie dies? Die Antwort soll auf dem Fuße(balle)(n) folgen!
Noch am Mittwoch wurden im geheimen Mannschaftstraining noch geheimere Defensivspielzüge ausbaldowert um die bekannten Stärken der Rakatis im keime zu ersticken und im Gegenzug zu den unseren zu machen (die Stärken nicht die Raketen). Hoher Ball um hohen Ball wurde in den Trainingsstrafraum von KK getreten um die
Defensive auf kommende Standards und Kopfballduelle vorzubereiten... und den Kampf gegen Windmühlen aufzunehmen. Doch wie schon Nietzsche wusste: 'Wenn du lange in einen Abgrund blickst, so blickt auch der Abgrund in dich hinein!'
Oder in Fußballerdeutsch: 'Da üben wir die Scheiße schon extra und die hauen die Dinger trotzdem rein!'
Alles lamentieren hilft nichts mehr. Eigentlich begann alles genau so wie von den Kompromißlosen Taktikfüchsen geplant: trotz des Nachmitternächtlichen Ausfalls von Nachwuchshoffnung Helen hatte man um kurz vor Anpfiff über elf Mann zusammen. Die halbe Miete war sozusagen gezahlt. Durch den verspekulationsbedingten Ausfall von Abwehrrecken Lasse gab es das Abwehrdebut von Dominick (mit c oder k?) der zusammen mit Micha und Robert dem Größeren das Abwehrbollwerk gegen die zu erwartende Flankenflut bilden sollte. Aber die Defensive beginnt bekanntermaßen im Sturm, der in Abwechselnder Besetzung Entlastungsattacken gegen Rakete fuhr und vor allem in der zweiten Hälfte auf Touren kam.
Doch zurück zu den Windmühlen. Kaum war angepfiffen da windmühlte schon der erste Ball über den notorisch zu niedrigen Zaun an der dem Kanalzugewandten Seite des Platzes und der krankgemeldete Tobi und meine zuspätgekommende Wenigkeit mühten sich unter allerlei Gefluche und Gezeter und zwei Pinkelpausen volle fünfzehn Minuten mit dem unhandlichen Stahlkescher ab allerdings ohne auch nur soviel wie einen Entenfurz an Land zu ziehen. Merke: entweder ist der Kescher zu klein oder der Kanal zu groß oder Nietzsche hatte einfach recht. Denn noch während wir verdrießlich in das trübe, blubbrige Gewässer starrten (und jawohl! Es starrte hämisch zurück) und uns von unserem geliebten Unterschriftenball verabschiedeten, spielte sich direkt neben uns scheinbar Drama II (2) ab. Rakete nutze erst eine (1) Standardsituation zu einem Tor, und dann noch eine (2) zu einem weiteren Treffer. Besser kann ich diese Tore leider nicht beschreiben weil ich ja gerade am Kanal stand und in die Abgründe Berliner Freizeitdampfergesellschaften blickte, die Berliner Freizeitvollblutfußballer photographieren während diese blutend und ratlos dem abtreibenden Spielobjekt nachsehen.
Also zwei zu null, Kwakkenbos stabilisierte sich einigermaßen und kam zu einer ersten Torchance durch Mittelfeldmotormann Rob. Mit ihren schweißgetränkten Fusikicken die Windmühlenflügel der Samstagmorgen-Niederlagen zertretend rannten die Kompromißlosen nun mutig weiter an, immer jedoch auf der
Hut vor den schnellen wendigen und sehr ballsicheren Zett-Dehlern, sowie deren gefährlichen Standards und damit dem drohenden Trippelabgrund der Niederlage, des Kanals und getrübter Stimmung beim duschen.
Dann erzielte Polo der im offensiven Mittelfeld für viel Ruhe und Übersicht sorgte nach einer Ecke sein erstes Tor für KK, indem er einen Abpraller im Sechzehner überlegt annahm und noch überlegter in die lange Ecke bugsierte. Tor Hurra!
Aber die Windmühlenflügel drehten sich weiter und die Freude wärte nicht lange. Scho hies es wieder Standard für Rakete, und bewindmühlflügelt gelang es ihnen einen 35-Meter Freistoß extrem
platziert in den Winkel unseres Tores zu ballern.
Zur Halbzeit wechselte Kwakkenbos dann einige Positionen durch, Nigel wurde ins defensive Mittelfeld gezogen,
während Robert die Position der linke Abwehr neben seinem Namensvetter einnahm. Dominick zog auf die rechte
Außenbahn wo er um einiges mehr Wirbel veranstaltete als sein Pendant auf links (ähem) und Jan wurde mit Uli in den Sturm vorgezogen. Wenn eine derartige, völkerwanderungsähnliche taktische Finte den Gegner nicht verwirren würde, was dann?!?
Rakete ließ es etwas gemütlicher angehen, wohl im Wissen einer sicheren Führung (obwohl: Otto Rehagel: 'Drei eins ist keine sichere Führung!') und Kwakkenbos machte in der Tat um einiges mehr Druck, über die Flügel wurden mehr Aktionen gestartet und in der Mitte war mehr Platz. Trotzdem. Individuelle Fehler, sowie eine eklatante Abschlussschwäche verhinderten den erneuten Anschlusstreffer, während Rakete mit schnellen und robusten Offensivspielern stets gefährlich war, vor allem auf einem Platz auf dem ein Befreiungsschlag aus dem eigenen
Sechzehner schon mal im gegnerischen landen kann.
Kwakkenbos ließ beste Chancen ungenutzt, darunter ein etwas verzweifelter Fernschuss von Sebi, ein um einiges durchdachterer und filigranerer von Nigel den der gegnerische Keeper gerade noch so mit den Fingerspitzen zur Ecke lenken konnte und eine großartige Kopfballchance von Jan (erneut nach schöner Flanke von Nigel) der frei vor dem Tor den Ball leider nicht mehr richtig drücken konnte, und wenig später nur um Haaresbreite an einer grandiosen flachen Hereingabe (oder war es ein Schuss?) von Dominnick
vorbei - und ins gegnerische Tor hineinrutschte (wie gesagt leider ohne Ball, sonst wäre es ja ein Tor gewesen).
Rakete bewies etwas weniger Sinn fürs dramatische und zerschnitt die Kwakkenbos irgendwann zwischen all diesen
Ereignissen mit einem brutalst genau gespielten Steilpass der durch Freund und Freund zum Feind gelangte der wiederum auf der
Torlinie stehend erst das Gebälk anköpfte (Versehen oder Hohn?) und den Ball dann im zweiten Anlauf mit zwei Mann auf unserer Torlinie stehend (sollte auch nicht öfter passieren, das muss ja schief gehen) im Tor unterbrachte. Im anderen Strafraum bot sich Paul eine exzellente Möglichkeit zur Ergebniskorrektur nachdem Robert m den Ball nach einer Ecke im am Fünfmeterraum schön vorlegte, allein der kampfstarke Dauerläufer knülzte die Kugel mit einem Waffenscheinpflichtigen Schuss knapp über das Gehäuse.
Es kam wie es kommen musste wenn man es mit Windmühlenbedingten Unbotmäßigkeiten zu tun hat, es fiel das fünf zu eins,
nachdem die Raketen einen der ihren schön im Strafraum in Szene gesetzt hatten und der Klemens im Tor mit einem überlegten
Schuss ins lange Eck keine Chance ließ.
Alles in allem hatte Rakete wahrscheinlich nicht einmal so sehr viele Chancen als wir, jedoch wussten sie diese
eiskalt zu nutzen, woran wir wirklich arbeiten müssen, wenn wir nicht nächste Woche wieder auf Windmühlenflügel sitzen wollen. Also Kopf hoch und auf zum nächsten Spiel wenn es
heißt: Kompromisslessness our only ornament; our only rest
- the match!
Spieler des Tages wurde Polo mit fünf Stimmen
Aufstellung:
Tor: Klemens, Jan
Abwehr: Rob & Robert, Micha, Dominick (sorry falls ich den Namen die ganze Zeit falsch geschrieben habe)
Mittelfeld: Paul, Polo, Urska, Rob, Thorsten, Nigel, Sebi
Sturm: Uli, Jan
Tore: 0:1 RZ , 0:2 RZ , 1:2 Polo, 1:3 RZ, 1:4 RZ, 1:5 RZ
Spieler des Tages: Polo
Tor des Tages: Diego
Jo, hier noch was als Hausaufgabe sowohl für Offensivabteilung (siehe Minute 0.02 - 0.05)
als auch für die Defensive (siehe Sekunde 0.06):
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